Projekte

Neben ihren kontinuierlichen Aktivitäten zur Beratung und Qualifizierung führt die TBS gGmbH immer wieder mit verschiedenen Kooperationspartnern in den Betrieben und Dienststellen längerfristige Projekte durch, die im weitesten Sinne zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Rheinland-Pfalz beitragen und mit denen konzentriert wichtige und aktuelle Themen aufgegriffen werden können. Diese Projekte werden mit Drittmitteln von Stiftungen, Ministerien, dem Europäischen Sozialfonds und anderen Einrichtungen gefördert.

Die folgenden Seiten enthalten nähere Informationen zu den Projekten. Bei aktuell laufenden Projekten werden die damit verbundenen Ziele, aber auch erste Ergebnisse vorgestellt. Ferner bietet die TBS gGmbH hier einen Überblick über abgeschlossene Projekte der vergangenen Jahre.

Seit Januar 2010 läuft das Projekt „Die Bewältigung der Arbeitsmarktkrise in Folge der Wirtschaftskrise“ als Nachfolgeprojekt zum Projekt „Chancen- und Risikenbegleitung der Betriebsräte in der aktuellen Krise“(2009).

Wie schon im Vorgängerprojekt werden auch im aktuellen Projekt Betriebsräte unterstützt, die Arbeitsmarktkrise und andauernde Krisefolgen in den Betrieben zu bewältigen. Der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze in den rheinland-pfälzischen Betrieben sowie deren „Fithalten“ für den nächsten Aufschwung bleiben dabei weiterhin Ziel und Fokus des Projekts.

Projektinhalte:

  • Aktuelle Informationen für Betriebsräte zur konjunkturellen Lage und den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sowie zu Branchen- und Einzelaspekten der Krisefolgen.
  • Durchführung von regionalen Informationsveranstaltungen für Betriebsräte zu den vielfältigen Möglichkeiten der Krisenbewältigung und Beschäftigungssicherung in den Betrieben (gemeinsam mit Fachreferentinnen und -referenten der Landesministerien, Agenturen für Arbeit, ISB usw.).
  • Betriebliche Beratung zur Krisenbewältigung und Beschäftigungssicherung.
  • Betriebliche Beratung bei der Qualifizierungsbedarfsanalyse, der Vermittlung und Organisation von Qualifizierungsmaßnahmen.
  • Analysen, Informationen und Unterstützung von Maßnahmen zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit für den Aufschwung.
  • Unterstützung bei unvermeidlichem Personalabbau und dessen sozialverträgliche Gestaltung.


Von der Schule zur Berufsausbildung; gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Agentur für Arbeit sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF), Mai 2008 bis Juni 2010

Vertiefte Berufsorientierung: Von der Schule zur Berufsausbildung

Ziele des Projektes:

  • Stärkung eines reibungslosen Überganges von der Schule in die Arbeitswelt durch proaktive Vorbereitung von SchülerInnen durch Betriebsvertreter
  • Frühzeitige Verzahnung von schulischem Alltag und betrieblicher Realität in Form von individueller Unterrichtsgestaltung durch die Betriebe
  • Einflussnahme auf zukünftigen Fachkräftenachwuchs durch das „Abholen“ potenzieller Auszubildender bereits in allgemeinbildenden Schulen
  • Vermeidung von Ausbildungs- und Schulabbrüchen durch Motivationssteigerung und Aufzeigen verschiedener Perspektiven bzw. durch Erweiterung des Berufswahlspektrum

Umsetzung

  • Durchführung von praxisnahen Unterrichtseinheiten, die eine inhaltliche und didaktische Schnittmenge aus Schule und Betrieb bilden
  • Feste Integration in den Schulalltag durch ca. 4 bis 5 Projekttage pro Schulhalbjahr; dabei ggf. Wechsel der Lernorte Schule und Betrieb
  • Unterrichtseinheiten ergänzen fachliche Inhalte (z.B. betriebliche Versuchsaufbauten im Rahmen des Physikunterrichts) und vermitteln überfachliche Qualifikationen (z.B. Verhalten in Konfliktsituationen)
  • Zielgruppe: SchülerInnen der Jahrgangsstufe 7 (teilweise 8), um Praxiswissen bereits vor erstem Betriebspraktikum zu vertiefen sowie Betriebe, die sich aufgrund des Fachkräftemangels aktiv für eine Verbesserung der Ausbildungssituation einsetzen möchten

„Schule und Arbeitswelt“ startete im September 2005 als gemeinnütziges Pilotprojekt der TBS gGmbH mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF). In den Gebieten rund um Pirmasens, Mainz und Ransbach-Baumbach entwickelten sich innerhalb der ersten Erprobungsphase Netzwerke und Kooperationen aus Schule und Betrieben, die in Form von gemeinsamen Unterrichtskonzepten die Ziele und Kernidee des Projektes verfolgten und durchführten.

Bei der Abschlusstagung des Pilotprojektes mit dem Titel: „Schule und Arbeitswelt Ausbildungsaktivitäten verstärken – Fachkräftemangel aktiv begegnen“ zeigten sich Vertreter von Politik, Wirtschaft und Schule so überzeugt und begeistert, dass eine offizielle Förderung und somit eine Weiterführung des Projektes zugesichert wurde. Mit finanzieller Unterstützung durch das MASGFF, den Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland ist das Projekt zum 01. Mai 2008 offiziell angelaufen und weitere Projektstandorte wurden in der Eifel und in Neuwied neu initiiert.
Im Laufe der Projektzeit entwickelten sich in ganz Rheinland-Pfalz „Schule und Arbeitswelt“-Regionen, in denen kontinuierlich die Projektidee in Form von Unterrichtseinheiten durch Betriebe am Lernort Schule aber auch am Lernort Betrieb umgesetzt wurde. Gemeinsam ist ein überregionales Übergangsmanagement entstanden mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler frühzeitig und gezielt auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten. Im Juni 2010 ist ein Abschlussbericht für das Projekt erschienen, mit einer umfangreichen Dokumentation und Beispielen aus der Praxis. Wer sich für die Ergebnisse des Projekts interessiert, kann den Bericht hier herunterladen (siehe unten).

Während der gesamten Projektlaufzeit von September 2005 bis Juni 2010 begleitete das Projektteam der TBS gGmbH alle engagierten und interessierten Betriebe auf dem Weg in die Schulen und bei der Vorbereitung und Umsetzung des Projektes. An neun verschiedenen Projektstandorten in ganz Rheinland-Pfalz wurde ein Netzwerk zwischen Schulen und Betrieben aufgebaut, mit dem Ziel Jugendlichen frühzeitig berufliche Orientierung zu ermöglichen und einem Fachkräftemangel in den Bertieben entgegen zu wirken.

Zu den Aufgaben und Leistungen des Projektteams gehörten:

  • Organisation und Durchführung von Workshops und Informationsveranstaltungen zur Präsentation und zum Transfer der Projektidee
  • Erstellung und Vorbereitung des Informationsmaterials wie z.B. Broschüren und Flyer
  • Zielabsprachen mit den verschiedenen Projektakteuren aus Schule und Arbeitswelt in Einzelgesprächen und durch ergebnisorientierte Moderation an Auftaktworkshops
  • Terminkoordination bei Projekttage sowie der inhaltliche Dialog mit den Vertretern von Schule und Betrieb
  • Didaktische und pädagogische Begleitung und Unterstützung der Konzeptentwicklung für den betrieblichen Unterricht
  • Begleitung und Unterstützung bei der Durchführung von Projekttagen in Schulen und Betrieben
  • Einbindung des Projektes in bestehende Netzwerke sowie die Kooperationen mit anderen Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung
  • Organisation und Durchführung überregionaler Veranstaltungen zum Wissenstransfer der verschiedenen Regionen
  • Beratung und Reflektion in Form von Feedbackrunden zur Prozessoptimierung mit allen Projektakteuren
  • Evaluation
  • Pressearbeit

Neben den kontinuierlichen Projekttagen an den Schulen und in den Betrieben wurden über die Projektidee hinaus noch weiterführende Angebote an bestimmten Projektstandorten zur zusätzlichen Unterstützung am Übergang Schule Beruf entwickelt. In diesem Zusammenhang hat die Erich Kästner Realschule plus in Ransbach-Baumbach in Kooperation mit dem TBS-Projektteam das Konzept von „Schule und Arbeitswelt“ ausgebaut. Daraus entstanden ist u.a. eine Arbeitsgruppe (AG), mit dem Namen „HipHop & Job“.

Die Idee der AG war es, die Schülerinnen und Schüler, die bereits am Projekt „Schule und Arbeitswelt“ beteiligt waren, weiter im Bereich Berufsorientierung zu begleiten. In der AG „HipHop & Job“ lernten die Jugendlichen zusätzlich verschiedene Berufsbilder aus der Musikbranche kennen. Das Medium Musik (Hip-Hop) wurde genutzt, um über die spezifischen Interessen der Schülerinnen und Schüler Begeisterung und Motivation in Bezug auf die Berufswelt und Ausbildung zu wecken und gleichzeitig ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Zu Beginn der AG wurden die Schülerinnen und Schüler auf die kreative Zusammenarbeit sensibilisiert und gleichzeitig wurde das Thema „Hip-Hop“ jenseits von Gewalt verherrlichenden und negativen Inhalten platziert. Der Umgang mit Diskriminierung wurde thematisiert und die Fähigkeit der Toleranz trainiert. In einem zweiten Schritt wurden Gastsprecher aus der lokalen Musikszene eingeladen, die den Schülerinnen und Schülern Ausbildungsmöglichkeiten innerhalb der Musikbranche aufzeigten; hierzu gehörten u.a. ein Tontechniker sowie ein Mediengestalter. Weitere Berufsbilder wurden von den Schülerinnen und Schülern in Gruppen erarbeitet. Höhepunkt für die Jugendlichen war allerdings das Komponieren ihres eigenen Songs. Im Verlauf des Schuljahres verfassten die Schülerinnen und Schüler selbstgeschriebene Rap-Texte; hierbei wurden Elemente aus dem Lehrplan des Deutschunterrichts (Was ist ein Gedicht?) eingebunden. Der fertige Song wurde digital aufgenommen und kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.

In das Konzept der AG wurden spezielle Sozialtrainingsphasen integriert, die Aspekte wie das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen, die Fern- und Nahzielbestimmung sowie das Erlernen verschiedener „Softskills“ (Sozialkompetenzen) und deren Verknüpfung zu betrieblichen Anforderungen beinhalteten. Durchgeführt wurde die AG von den beiden Musikern David Schirmberg und Oliver Metzele, von der Koblenzer Musik Initiative Music live e.V.

Mit der Aktion „Handwerk aktiv“ hat die TBS gGmbH in Kooperation mit der Stadt Hillesheim im November 2009 den Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen an der Hauptschule Hillesheim einen ganz besonderen „Schule&Arbeitswelt-Unterricht“ ermöglicht. Zusammen mit Herrn Müller und seinen Kollegen von der Schreinerei Gilles erneuerten die Schülerinnen und Schüler den Parkettboden in ihrem Schülercafé. Die Aktion basierte auf dem Konzept der ganzheitlichen Herangehensweise, d. h. die Jugendlichen erlebten alle Stadien eines realen Kundenauftrags von der Kostenkalkulation, über die Angebotserstellung bis hin zum praktischen Verlegen des Holzes.

Die Ziele der Aktion „Handwerk aktiv“ waren:

  • Stärkung des Selbstbewusstseins und des Verantwortungsgefühls
  • Förderung der Teamfähigkeit
  • Einblicke in die Berufspraxis eines Schreiners
  • Erkennen der individuelle Stärken und Schwächen
  • Interesse für Berufe im Handwerk

Das Projekt „Schule&Arbeitswelt“ ist an neun Standorten in ganz Rheinland-Pfalz initiiert worden. Innerhalb der Projektlaufzeit haben in Mainz, in der Eifel, in der Süd- und Westpfalz, im Westerwaldkreis und im Kreis Neuwied diverse Haupt- und Realschulen, Duale Oberschulen sowie Regionalschulen (heute alle Realschule plus) und Integrierte Gesamtschulen die Projektidee aufgegriffen und nach den individuellen Anforderungen ihres Standorts und den jeweiligen Rahmenbedingungen flexibel umgesetzt. Dabei wurden an allen teilnehmenden Schulen immer auch Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung (z.B. Job-Fux-Programm, Berufseinstiegsbegleiter, Praxistage) geprüft, verfolgt und vertieft.

Porträts von teilnehmenden Schulen:

IGS Thaleischweiler-Fröschen – Die Integrierte Gesamtschule startete 2005 als erste Schule das TBS-Projekt. Während der Projektlaufzeit haben viele erfolgreiche „Schule&Arbeitswelt“-Tage in den Klassenzimmern sowie in verschiedenen Betrieben der Region stattgefunden. Es hat sich ein großes Netzwerk zwischen der IGS und den Betrieben am Standort Thaleischweiler-Fröschen entwickelt, welches auch nach Beendigung der Projektlaufzeit weiterhin besteht.

Realschule plus Pirmasens – Die Kirchbergschule beteiligte sich seit 2007 am Projekt „Schule und Arbeitswelt“. Die Schule hatte kontinuierlich einen sehr starken 7. Jahrgang mit durchschnittlich 100 Schülerinnen und Schülern. Viele von ihnen kommen aus sozial schwachen Familien, in denen Arbeitslosigkeit schon seit Generationen erlebt wird. Auch hier fanden regelmäßige „Schule&Arbeitswelt“-Tage in der Schule aber auch in den unterschiedlichen Betrieben statt, um die Jugendlichen auf die Berufswelt vorzubereiten.

Erich Kästner Realschule plus Ransbach-Baumbach – Die Erich Kästner Schule förderte schon seit mehren Jahren einen engen Kontakt zu Betrieben in ihrer Region. Seit Anfang 2007 ergänzte die Schule erfolgreich ihre bisherigen Veranstaltungen wie z. B. die Wirtschaftsmesse durch das „Schule&Arbeitswelt“-Projekt. Neben den praxisorientierten Unterrichtseinheiten ermöglichte die TBS gGmbH auch die Arbeitsgruppe „HipHop & Job“, bei der zwei erfahrene Musiker aus Koblenz ein Schulhalbjahr lang mit interessierten Schülerinnen und Schülern der Frage nachgingen, wie eigentlich ein Hip-Hop-Song entsteht.

Realschule plus Carmen-Sylva Neuwied-Niederbieber – Die Carmen-Sylva-Schule startete ihren ersten Projekttag im April 2009 mit der Jahrgangsstufe 7. Vertreter aus Betrieben boten an diesem Tag 55 Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Berufswelt. In enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Betrieben erweiterte die Schule das Schule und Arbeitswelt-Konzept auch für die 8. und 9. Klassen.

Weitere teilnehmende Schulen waren: Förderschule Annweiler, Realschule plus Annweiler, Realschle plus Dahn, Hauptschule Hillesheim, Grund- und Hauptschule Niederstadfeld, Grund- und Hauptschule Mainz-Mombach West

Ergebnisse der „HipHop & Job“ AG

Band: RBSoul
Titel: Superstar Sunshine

MP3 download

Titel: TBS Jingle

Die Songergebnisse der „HipHop & Job“ AG der Erich Kästner Schule in Ransbach-Baumbach – entstanden unter Anleitung von

Übergang Schule Beruf – Regionales Übergangsmanagement Mainz
Übergang Schule Beruf – Regionales Übergangsmanagement Mainz
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz
Eu­ro­päi­scher So­zi­al­fonds
Bundesagentur für Arbeit

Seit Januar 2009 bis Dezember 2009 wird das vom MASGFF geförderte Projekt „Chancen- und Risikenbegleitung der Betriebsräte in der aktuellen Krise“ durchgeführt.

Projektinhalte

  • Aktuelle Informationen für Betriebsräte zum Krisenverlauf sowie zu Branchen- und Einzelaspekten der Krise.
  • Durchführung von regionalen Informationsveranstaltungen für Betriebsräte zu den vielfältigen Möglichkeiten der Krisenbewältigung und Beschäftigungssicherung in den Betrieben (gemeinsam mit Fachreferentinnen und -referenten der Landesministerien, Agenturen für Arbeit, ISB usw.).
  • Betriebliche Beratung zur Krisenbewältigung.
  • Betriebliche Beratung bei der Qualifizierungsbedarfsanalyse, der Vermittlung und Organisation von Qualifizierungsmaßnahmen.
  • Analysen, Informationen und Unterstützung von Maßnahmen zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit für den Aufschwung.
  • Unterstützung bei unvermeidlichem Personalabbau und dessen sozialverträglicher Gestaltung.
  • Aufbau eines betriebsrätlichen Schnellinformationssystem

Seit Januar 2009 waren rund 1.436 Teilnehmer in 41 Veranstaltungen und 207 Betriebsräte sind im Informationsverteiler der TBS gGmbH.

Geplantes Projekt: Bewältigung der Arbeitsmarktkrise in Folge der Wirtschaftskrise (2010)

Das Projekt „Die Bewältigung der Arbeitsmarktkrise in Folge der Wirtschaftskrise“ wird als Nachfolgeprojekt zum Projekt „Chancen- und Risikenbegleitung der Betriebsräte in der aktuellen Krise“(2009) gemeinsam mit den Sozialpartnern konzipiert.


Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz

Vom Projekt „ALTER“ zum Themenbereich „Zukunftsfähige Arbeit im demografischen Wandel“

In dem zweijährigen Modellprojekt „Alternativen der Personalpolitik mit alternden Belegschaften“ wurden zusammen mit mittelständischen Unternehmen Instrumente entwickelt, die einen vorausschauende Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels in den Betrieben ermöglichen.
Ein im Projekt entwickeltes, passgenaues Konzept macht es möglich, Betriebs-/ Personalräte und Geschäftsführungen von der Notwendigkeit und der Machbarkeit betrieblicher Aktivitäten zu überzeugen.

Die wichtigsten Instrumente des Konzeptes sind:

Die Altersstrukturanalyse zeigt unausweichlich und in bildhaft drastischer Form, wie sich heute und in den nächsten Jahren die Alterszusammensetzung des Betriebs und bestimmter Bereiche / Beschäftigtengruppen darstellt und entwickelt. Dies muss kein Grund zur Panik, wohl aber für überlegtes und rechtzeitiges Handeln sein.

Mit dem Unternehmens-Check wird – bezogen auf die zentralen Handlungsfelder Gesundheitsschutz, Qualifizierung, Unternehmenskultur und Führungsverhalten sowie Arbeitsbedingungen – der Stand der betrieblichen Aktivitäten durchforstet. Damit wird klar ersichtlich, wo besonderer Handlungsbedarf herrscht – und wo nicht.

Befragungen der Beschäftigten und Zukunfts-Workshops sind in einem Konzept, das Beschäftigte einbeziehen und aktivieren möchte, von zentraler Bedeutung:

  • Befragungen zeigen nicht nur die Sicht der Kolleginnen und Kollegen, sie dokumentieren auch ihren Grad an Arbeitsfähigkeit und Zukunftsvertrauen; darüber hinaus fördern sie zahlreiche, persönlich und betrieblich wichtige Anregungen und Vorschläge zu Tage.
  • In abteilungsbezogenen Zukunfts-Workshops kann vertiefend nach der Entwicklung von Arbeit im jeweiligen Bereich, nach Ideen für die langfristig gute Zusammenarbeit und die aktive Gestaltung vorhersehbarer Veränderungsprozesse gefragt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert und in den jeweiligen Lenkungskreisen zusammen mit den Befragungsergebnissen bearbeitet.

In einem Auswertungstreffen werden die komprimierten Analyseergebnisse sowie Handlungsempfehlungen für den jeweiligen Betrieb präsentiert.

  • Betrieblicher Gesundheitsschutz: Gesundheitsmanagement, Arbeitssicherheit, Belastungsanalysen, Ergonomie am Arbeitsplatz, psychische Belastungen (Mobbing, Umgang mit Konflikten)
  • Qualifizierung: methodisch ausgewiesene Schulungen und Seminare zu Fachthemen sowie den Feldern „organisatorische Kompetenz“ und „soziale Kompetenz“; Unterstützung bei Personalentwicklungskonzepten
  • Arbeitsorganisation und Arbeitszeit: Arbeitsanalysen, Arbeitsgestaltung, Einführung neuer Arbeitsmethoden, Teamarbeit, Arbeitszeitmodelle (flexible Arbeitszeit, Schichtarbeit)
  • Unternehmenskultur und Führung: konstruktive Zusammenarbeit von Unternehmensleitung und Betriebsrat / Personalrat; fachliche Unterstützung und Vermittlung bei der Erstellung von Betriebs- / Dienstvereinbarungen; Führungskräftetraining.

Veröffentlichungen des Projekts finden sich in der Liste der Publikationen (Themen: Gesundheitswesen, psychische Belastungen, Personalarbeit, Tagung Gute Arbeit gestalten).

Entwicklung eines Ansatzes zum proaktiven Risiko- und Chancenmanagement der rheinlandpfälzischen Gewerkschaften für eine beschäftigungsorientierte Landespolitik der Landesregierung gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, von September 2006 bis Juli 2009.